Bezahlbarer Wohnraum: „Es fehlt am Willen“

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Verena Bentele nimmt auf dem
Armutskongress die Politik in die Pflicht

Viel Beifall bekam VdK-Präsidentin Verena
Bentele auf dem Armutskongress Anfang April in Berlin. Experten
verschiedener Organisationen diskutierten unter anderem darüber,
wie mehr bezahlbarer Wohnraum geschaffen werden kann. „Es fehlt am politischen Willen, wirklich etwas zu
ändern“
, so Bentele. Um hier die Weichen zu stellen, werde
der VdK gemeinsam mit anderen den Druck erhöhen.

VdK-Präsidentin Verena Bentele (Dritte
von links) fand auf dem Armutskongress in Berlin klare Worte.
| © Foto: Armutskongress/Stephanie
von Becker

Nach aktuellen Zahlen geben vier von zehn Haushalten in
deutschen Großstädten mehr als 30 Prozent ihres Haushaltseinkommens
für die Miete aus. Von den 13 Millionen Haushalten in deutschen
Großstädten können rund fünf Millionen nicht mehr die
Durchschnittsmiete zahlen. Diese beträgt 7,40 Euro je Quadratmeter
(Brutto, kalt). Das zeigt: Arm sind fast ausschließlich Mieterinnen
und Mieter. Eigentümer großer Immobilien haben mit Armut nur selten
etwas zu tun.

Bezahlbar und barrierefrei? Nicht
vorhanden

Verena Bentele beschrieb den aufmerksamen Zuhörern, in welchen
Lebenssituationen sich viele VdK-Mitglieder als Mieter befinden: Da
ist die alleinstehende Rentnerin, die eine kleine Rente bekommt,
aber in einer großen Wohnung lebt, in der sie ihr ganzes Leben mit
der Familie gewohnt hat. In München, Berlin oder vergleichbaren
anderen deutschen Großstädten findet die Frau aber keine
bezahlbare, kleinere Wohnung, eine barrierefreie schon gar nicht.
Da ist der Erwerbsminderungsrentner, der fast sein ganzes Einkommen
für die Miete ausgibt und an Lebensmitteln spart. Eine neue Brille
kann er sich nicht leisten, und zum Zahnarzt traut er sich nicht,
weil er kein Geld für die Zuzahlung hat.

Wohngeld erhöhen löst das Problem
nicht

„Die Probleme werden nicht gelöst, indem allein
das Wohngeld erhöht wird“
, so die VdK-Präsidentin. Das
Wohngeld sei für Menschen, die darauf angewiesen sind, wichtig und
müsse auch regelmäßig überprüft und angepasst werden. Damit sorge
man jedoch nicht dafür, dass mehr bezahlbare Wohnungen geschaffen
werden. „Die Politik darf nicht länger zusehen, wie der Markt dafür
sorgt, dass Wohnen zum unbezahlbaren Luxus wird. Der Wohnungsmarkt
dürfe nicht länger ein gewinnbringendes Spekulationsgeschäft für
Investoren sein.

Seit den 1980er-Jahren hat sich der Staat weitgehend aus der
sozialen Wohnraumförderung zurückgezogen. Da die von privater Hand
gebauten Sozialwohnungen nur für einen begrenzten Zeitraum preis-
und belegungsgebunden sind, hat sich deren Zahl in den vergangenen
30 Jahren von über drei Millionen auf 1,2 Millionen im Jahr 2017
reduziert. Auch die Mietpreisbremse wirkt bisher nur begrenzt.

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Presse

Verena Bentele steht an einem Rednerpult und spricht ins Mikrofon. Hinter ihr erkennt man den VdK-Slogan "Soziale Spaltung stoppen!"
02.04.2019 – Die Armutsquote ist vor
allem in großen Städten hoch. Das zeigt eine aktuelle Studie der
Bertelsmann-Stiftung. Das liegt auch an hohen Mieten.
weiter

02.04.2019 | verantwortlich: Cornelia Jurrmann, Telefon:
030 / 92 10 580-401

Themen

Symbol: Eine alte Dame mit einem Rollator geht an einem heruntergekommen wirkenden Haus vorbei. Die Fassade sieht alt und ungepflegt aus.
Senioren mit geringen Renten könnten
auf dem Wohnungsmarkt bald chancenlos sein. Wir brauchen mehr
öffentlich geförderte altersgerechte Wohnungen. | weiter

06.02.2019 | ali

Wohnungsnot in Deutschland: Fakten
& Forderungen des VdK

Bezahlbarer Wohnraum wird immer
knapper, die Mieten explodieren. Auch auf dem Land sind bezahlbare
Wohnungen rar. Unter der Wohnungsnot leidet die Mittelschicht, vor
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des VdK über die Wohnungsnot im ländlichen Raum unterhalten.

ikl

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