Psychotherapie kann in Krisen weiterhelfen

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Wenn es allein nicht mehr geht: Psychotherapie kann in Krisen weiterhelfen

Im Laufe des Lebens durchlebt jeder Mensch
Krisen und Probleme. Die meisten schaffen es in der Regel, diese
Situationen allein oder mit Hilfe von Familie oder Freunden zu
bewältigen. Manchmal geht es einem psychisch jedoch so schlecht,
dass das Leben stark beeinträchtigt wird. Ebenso wie bei
körperlichen Erkrankungen können Betroffene auch professionelle
Hilfe in Anspruch nehmen und sich an eine psychotherapeutische
Praxis wenden.

Jeder Dritte leidet im Laufe seines
Lebens an einer psychischen Erkrankung. | © imago/Science Photo Library

Der Weg zur Psychotherapie

Patienten können ohne Überweisung vom Hausarzt einen
Psychotherapeuten aufsuchen. Die gesetzlichen Krankenkassen
übernehmen die Kosten, wenn zwei Bedingungen erfüllt sind: Der
Psychotherapeut muss über eine Kassenzulassung verfügen, und beim
Patienten muss eine psychische Störung mit Krankheitswert
festgestellt werden. Finden Betroffene trotz langer Suche keinen
Therapeuten, können sie auf Privatpraxen zurückgreifen. Die Kasse
muss die Kosten erstatten, wenn der Nachweis erbracht wird, dass
man vergeblich gesucht hat. Bei Problemen hilft der Sozialverband
VdK, dieses Recht durchzusetzen.

Eine Behandlung beginnt mit einer psychotherapeutischen
Sprechstunde, in der geklärt wird, ob eine psychische Erkrankung
vorliegt und welche Behandlung empfehlenswert ist. Es können bis zu
sechs Sprechstunden je 25 Minuten (bei Kindern und Jugendlichen bis
zu zehn) durchgeführt werden. Die psychotherapeutische Sprechstunde
ist die erste Kontaktmöglichkeit. Sie dient zur ersten Abklärung,
ob eine psychische Erkrankung vorliegt. Folgende Behandlungen
können sich an die Sprechstunde anschließen:

Akutbehandlung

Sie dient der Stabilisierung in Krisensituationen und soll
Patienten zunächst entlasten. Dadurch kann auch eine
genehmigungspflichtige Psychotherapie oder eine andere Behandlung,
zum Beispiel eine Reha, vorbereitet werden. Eine Akutbehandlung
umfasst bis zu zwölf Behandlungsstunden und kann in eine
längerfristige Psychotherapie überführt werden.

Ambulante Psychotherapie

Hierbei geht es um die intensive, langfristige Bearbeitung einer
psychischen Erkrankung. Die Dauer einer Psychotherapie ist abhängig
vom jeweiligen Therapieverfahren, vom individuellen Therapieziel
und vom Verlauf der Therapie. Psychotherapie kann einzeln oder in
der Gruppe stattfinden.

Psychotherapie wird unter anderem bei folgenden
Krankheitsbildern durchgeführt: Angststörungen, depressive
Störungen, Zwangsstörungen, psychosomatische Störungen,
Suchterkrankungen und Persönlichkeitsstörungen.

Aller Aufklärung zum Trotz haben Menschen mit psychischen
Erkrankungen immer noch mit den Folgen von Stigmatisierung zu
kämpfen. Die Angst vor Ablehnung, Zurückweisung und Ausgrenzung ist
für sie eine enorme Belastung. Vor allem Menschen mit schweren
psychischen Erkrankungen haben große Schwierigkeiten in der
Arbeitswelt. Dabei sind die positiven Effekte von Arbeit auf den
Krankheitsverlauf belegt.

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Teilhabe und Behinderung

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22.03.2018 | cl

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VdK-TV: Panik, Phobie, Furcht – über
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eine professionelle Therapie und der Austausch mit Betroffenen in
einer Selbsthilfegruppe können helfen.

ikl

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