Wohnen ohne Barrieren: VdK fordert mehr altersgerechte Angebote

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Ältere, Familien und Menschen mit
Behinderung sind von der angespannten Wohnungsmarktsituation
besonders betroffen. Und selbst wenn bei Rentnern das Einkommen für
die Miete gerade noch reicht, scheitert der Lebensabend im
gewohnten Umfeld häufig am fehlenden barrierefreien Umbau.

Wie kann man Barrierefreiheit beim
Bauen herstellen? | © imago/Rupert
Oberhäuser

Es gibt zu wenig barrierearme Wohnungen. „Dabei
sollte es selbstverständlich sein, dass Menschen in Wohnungen
leben, die sie finanzieren können und die zu ihren Bedürfnissen
passen. Denn eines darf man nicht vergessen: Wohnen ist ein
existenzielles Grundrecht“,
sagt VdK-Präsidentin Verena
Bentele. Besonders für Menschen mit geringem Einkommen und Ältere
werde es immer schwieriger, bezahlbare Wohnungen zu finden.

Nicht nur die Mieten, auch den altersgerechten Umbau können sich
die meisten Rentner nicht leisten. Im Schnitt kostet es 16.000
Euro, um eine Wohnung barrierearm umzugestalten. Zahlt der
Vermieter, kann er die Kosten als Modernisierung auf die Miete
umlegen. Nur fünf Prozent aller Rentner leben in einer
altersgerechten Wohnung. Bis 2030 müssten bundesweit drei Millionen
Wohnungen neu oder umgebaut werden. Dafür sind aus Sicht des VdK
staatliche Zuschüsse notwendig. VdK-Präsidentin Bentele fordert von
der Bundesregierung, die Fördermittel für den sozialen Wohnungsbau
zu erhöhen und mit Auflagen zum Um- und Neubau von barrierefreiem
und bezahlbarem Wohnraum zu verbinden. Die von der Koalition
zugesagten fünf Milliarden Euro bis 2021 reichen dafür nicht
aus.

Petition in Hessen für barrierefreies
Wohnen

Wie verpflichtend Barrierefreiheit am Bau ist, wird in den
einzelnen Landesbauordnungen der Bundesländer geregelt. Und die
sind sehr unterschiedlich. Während beispielsweise in
Nordrhein-Westfalen ab 2019 alle neuen Wohnungen barrierefrei
gebaut werden müssen, sieht es in Hessen ganz anders aus. Laut
hessischer Bauordnung müssen in einem Neubau nur 20 Prozent der
Wohnungen barrierefrei sein. Bauherren können sich davon auch ganz
befreien lassen, wenn sich die barrierefreie Ausstattung nur mit
einem unverhältnismäßigen Mehraufwand umsetzen lässt. Der VdK
Hessen-Thüringen will das nicht hinnehmen und hat eine Petition
gestartet: www.vdk.de/hessen-thueringen.

Wir wollen Druck auf die Politik ausüben, damit
die Bauordnung geändert wird
“, so Paul Weimann,
Landesvorsitzender des VdK Hessen-Thüringen. Barrierearme Wohnungen
sind nicht nur für Ältere und Menschen mit Behinderung von Vorteil,
sondern für alle Menschen.

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