IRIS BERBEN / BENJAMIN MOSER am 21.10.2017

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„Ich möchte leben. Ich möchte lachen und Lasten heben und möchte kämpfen und lieben und hassen und möchte den Himmel mit Händen fassen und möchte frei sein und atmen und schrein. Ich will nicht sterben. Nein! Nein.”

 

 

 

 

 

 

 

 

Am 21. Oktober: Iris Berben in der Stadthalle Tuttlingen – Gerade jetzt: Die Erinnerung wachhalten – „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt” mit Musik von Schubert, Brahms u.a. – Iris Berben will nicht sprachlos sein – Berührende Hommage an Selma Meerbaum – Noch Karten im verbilligten Vorverkauf   Tuttlingen. Am Samstag, 21. Oktober, kommt mit TV- und Filmstar Iris Berben eine der bekanntesten und vielseitigsten deutschen Schauspielerinnen in die Stadthalle Tuttlingen. Zusammen mit dem Pianisten Benjamin Moser, 2007 Preisträger des renommierten Tschaikowskywettbewerbs in Moskau,  gestaltet die zweifache Grimme-Preisträgerin das Programm „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt”. Die literarisch-musikalische Hommage an das Werk der jungen Lyrikerin Selma Meerbaum-Eisinger ist im Rahmen des „14. Tuttlinger Literaturherbsts” zu erleben und Bringt Musik von Franz Schubert bis John Williams („Schindlers Liste”). Wichtiges Anliegen der Künstler und der Veranstalter ist es, auch durch kulturelle Beiträge die Erinnerung an ein dunkles Kapitel deutscher Geschichte wach zu halten. Die herausragende Veranstaltung in der Stadthalle Tuttlingen beginnt um 20 Uhr (Einlass ab 19 Uhr). Noch sind Karten im verbilligten Vorverkauf (auch mit Preisvorteil im Abo) zu haben.   Selma Meerbaum-Eisinger starb 1942 mit 18 Jahren im KZ Michailowka an Typhus. Ihre Gedichte sprechen von ihrer Liebe und von der Ahnung, dass sie sich nicht erfüllen wird. Selma Meerbaum-Eisinger gehört zusammen mit Rose Ausländer und Paul Celan zum literarischen Dreigestirn von Czernowitz. Vor dem Hintergrund der nationalsozialistischen Verfolgung schrieb die junge Lyrikerin Gedichte, die in ihrer zeitlosen Ästhetik weit mehr als nur ein Zeugnis der drohenden Vernichtung des osteuropäischen Judentums und seines blühenden kulturellen Lebens sind. Gedanken und Sprache Meerbaums standen in tiefstem Widerstand zu allem, was den Nationalsozialismus Hitlers ausmachte. 58 Gedichte hatte sie sorgfältig mit Füller auf Einzelseiten geschrieben und zu einem Album gebunden, das sie mit „Blütenlese” betitelte und dem sie als letzten Satz anfügte: ‘Ich habe keine Zeit gehabt zu Ende zu schreiben …’ Ihr Werk, mal sehnsuchtsvoll, mal melancholisch und immer auch jugendlich hoffnungsvoll, ist geblieben. Und Iris Berben bringt sie auf die Bühne, zusammen mit Benjamin Moser, der sie mit seinem Spiel ‚umhüllt’ und Stücke von Sergej Rachmaninov, Franz Schubert, Edvard Grieg, Johannes Brahms, Robert Schumann, Johann Sebastian Bach und John Williams beisteuert. Iris Berben selbst sagt über das Projekt: „In dieser Zeit, in der sich Anzeichen von Rechtsradikalismus mehren, muss dieses Thema im Bewusstsein der Öffentlichkeit erhalten bleiben. Denn jeder Tag, der vergeht, vernichtet die Zeugnisse der Vergangenheit.”   Mit Iris Berben rezitiert an diesem Abend eine der profiliertesten deutschen Schauspielerinnen. 1969 hatte sie in Klaus Lemkes „Brandstifter” ihr Fernsehdebüt. Populär wurde Iris Berben Mitte der 70er Jahre mit ihren Auftritten in Michael Pfleghars Serie „Zwei himmlische Töchter”. Nach zahlreichen Rollen für Kino und Fernsehen bewies sie in der Serie „Sketchup” an der Seite von Diether Krebs ihr Comedy-Talent, ehe sie mit der Familiensaga „Die Guldenburgs” – bis heute eine der erfolgreichsten deutschen Fernsehserien – zum absoluten Publikumsliebling avancierte. Ab 1991 entwickelte Iris Berben ihre wohl bekannteste Figur, die Kommissarin Rosa Roth aus der gleichnamigen ZDF-Krimireihe (bis 2013). Ihre schauspielerische Leistung in zahlreichen weiteren großen Kino- und Fernsehfilmen wurde durch Auszeichnungen wie den Grimme-Preis, die Goldene Kamera oder den Bambi zum Teil sogar mehrfach geehrt. Seit 2010 ist Iris Berben Präsidentin der Deutschen Filmakademie. Neben ihren großen Erfolgen in der internationalen Filmszene widmet Iris Berben einen bedeutenden Teil ihrer Arbeit der intensiven Auseinandersetzung mit dem Holocaust und den Folgen rechtsextremistischen Denkens bis in unsere Gegenwart hinein. Sie ist eine engagierte Kämpferin gegen das Vergessen, gegen Antisemitismus und für Toleranz. Seit 2000 aktiv im Verein „Gesicht Zeigen! Für ein weltoffenes Deutschland”, der sich gegen Rassismus, Fremdenfeindlichkeit und rechte Gewalt einsetzt. „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt” ist nach den Tagebüchern von Anne Frank und Joseph Goebbels, nach ihren Lesungen „Hitlers Tischgespräche aus dem Führerhauptquartier und Aufzeichnungen von Holocaust-Opfern” sowie „Verbrannte Bücher – Verfemte Komponisten” das nächste Projekt, das sie der Aufarbeitung der Geschichte und der Mahnung der Gegenwart widmet.   Die eigentliche Entdeckung der jungen jüdischen Dichterin Meerbaum-Eisinger erfolgte durch eine Stern-Reportage des Journalisten und Exil-Forschers Jürgen Serke, der von der deutschen Lyrikerin Hilde Domin (“Selmas Begabung steht sicher auf einer Stufe mit dem jungen Hofmannsthal (…). Es ist eine Lyrik, die man weinend vor Aufregung liest: so rein, so schön, so hell und so bedroht”) auf die Gedichte aufmerksam gemacht worden war. Serke veröffentlichte das Werk der Lyrikerin unter dem Titel „Ich bin in Sehnsucht eingehüllt”.   Karten für den  besonderen musikalisch-literarischen Abend im Rahmen des „Tuttlinger Literaturherbsts” mit einer der größten deutschen Schauspielerinnen gibt es bei der Vorverkaufsstelle der Tuttlinger Hallen, der Ticketbox in der Königstraße 13 (beim „Runden Eck”) sowie bei den bekannten Vorverkaufsstellen des KulturTickets Schwarzwald-Baar-Heuberg in den Landkreisen RW, VS und TUT im verbilligten Vorverkauf. Sie sind in drei Kategorien ab 22,- € (inkl. Gebühren) erhältlich. Online sind Karten unter www.tuttlinger-hallen.de zu haben. Ein telefonischer Kartenservice ist unter Tel. (07461) 910996 eingerichtet.

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